Wer Maienfelder Wein oder einen anderen Wein aus der Bündner Herrschaft probieren will, wählt am besten einen Blauburgunder. Die vier Dörfer Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans liegen nördlich von Chur. Der Blauburgunder (Pinot Noir) bedeckt zwei Drittel der 422 Hektaren Bündner Reben im Jahr 2025, laut Bundesamt für Landwirtschaft (BLW).
Der Föhn, ein warmer Fallwind aus den Alpen, macht die Region laut Swiss Wine Promotion zum wärmsten Weinbaugebiet der Deutschschweiz. In Malans wächst zudem eine weisse Rarität: der Completer.
Wo liegt die Bündner Herrschaft?
Im Rheintal, im Norden Graubündens, zwischen Chur und der St. Galler Grenze. Die Bündner Herrschaft umfasst die Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans; hier liegt der Grossteil der Bündner Rebberge.
Graubünden zählt 2025 laut BLW 422 Hektaren Reben ohne das Misox. Dieses italienischsprachige Tal südlich der Alpen bringt weitere 28 Hektaren, vor allem Merlot; die Statistik zählt sie zur italienischen Schweiz. Graubünden Wein, der Verband der Bündner Weine, erinnert daran, dass sich die Fläche in fünfzig Jahren verdoppelt hat: 1970 waren es rund 200 Hektaren.
Warum gedeiht der Blauburgunder hier so gut?
Der Föhn ist der Schlüssel. Der warme, trockene Fallwind weht im Herbst; Swiss Wine Promotion, die Organisation, die Schweizer Wein vermarktet, nennt ihn «Traubenkocher». Er verlängert die Reifezeit der Trauben. Die Böden sind laut Graubünden Wein kalkreich, oft kalkhaltiger Schiefer.
Das Ergebnis ist ein Pinot Noir, den Graubünden Wein als burgundisch anmutend beschreibt, mal fruchtbetont, mal als lagerfähiger Barriquewein ausgebaut. Er wächst laut BLW auf 281 Hektaren, zwei Dritteln der Bündner Reben.
Seine Geschichte hier hat etwas Legendäres. Laut Graubünden Wein sollen junge Söldner, die im Burgund gedient hatten, den Blauburgunder um 1630 eingeführt haben; vorher pflanzte man vor allem weisse Sorten. Unsere Seite zum Blauburgunder stellt die Sorte vor.
Welche Weissweine lohnen sich in Graubünden?
Weisse Sorten machen rund 29 % der Reben aus. Am meisten angebaut wird der Müller-Thurgau (Riesling-Silvaner), die bekanntesten Weissweine stammen laut Graubünden Wein aber vom Chardonnay. Sie werden oft ohne biologischen Säureabbau (die zweite Gärung, die die Säure mildert) und mit einer feinen Restsüsse gekeltert, was ihnen Frische erhält.
Die lokale Rarität ist der Completer, eine alte, sehr säurebetonte weisse Sorte. Swiss Wine Promotion nennt einen Completer-Rebberg in Malans in einer Urkunde von 1321; laut Graubünden Wein tranken ihn die Churer Domherren nach dem Abendgebet, der Komplet. Er wächst laut BLW auf 9,8 Hektaren in Graubünden, mehr als der Hälfte des Schweizer Completers. Unsere Seite zum Completer erzählt mehr.
Ein sehr alter Weinbau
Der älteste Beleg für Weinbau in Graubünden stammt von 765: Bischof Tello von Chur vermachte dem Kloster Disentis einen Rebberg bei Ilanz, erinnert Graubünden Wein. Im Mittelalter wuchsen Reben bis auf 1'200 Meter, sogar im Bündner Oberland und im Unterengadin.
Heute keltern die Bündner Winzerinnen und Winzer laut Verband über 60 Weine aus mehr als 42 Sorten. Ein Drittel der Bündner Rebfläche wird biologisch bewirtschaftet, laut Zahlen 2025 des Bundesamts für Statistik, veröffentlicht von Bio Suisse.
Besuchen und degustieren in der Bündner Herrschaft
Über 40 Kilometer markierte Wege verbinden Chur mit Fläsch durch die Reben, vorbei an Weingütern und Torkeln, wie man in Graubünden die Trotten und Weinkeller nennt, so Graubünden Wein. In Jenins erklärt ein Rebrundgang mit acht Tafeln rund um den Alten Torkel Sorten, Geschichte und Weinbau.
Der Verband bietet zudem die «Rucksack-Weinprobe» an: drei Weine für unterwegs, mit Audioguide. Übers Jahr beleben Weinfeste Fläsch und Maienfeld.
Bündner Wein auf Helvitic
Helvitic bringt Weingüter und Weinliebhaber zusammen, ohne Zwischenhandel. Der Verkauf ist noch nicht eröffnet: Die Zahlung wird noch getestet. Bis dahin können Sie die Bündner Weingüter auf Helvitic entdecken, als Favoriten speichern und ihnen folgen, um über neue Weine und Anlässe informiert zu werden.
Sobald Bestellungen möglich sind, bestellen Sie in 6er-Schritten; jede Flasche kommt direkt vom Weingut, geliefert oder zur Abholung vor Ort.
Das Rebland in Zahlen
Graubünden ohne Misox
Rebfläche
422,2 ha
Anteil an der Schweizer Rebfläche
2,9 %
Weiss und Rot
29 % / 71 %
Graubünden ohne Misox: die meistangebauten Sorten 2025
Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), «L’anno viticolo 2025», Statistiche vitivinicole, Tabellen 1.2 und 1.3, Stand November 2025. Hektaren auf eine Dezimale gerundet (publiziert in Aren). Anteile von Helvitic berechnet, zuerst auf die Fläche der Region, dann auf die gesamte Schweizer Rebfläche (14'431,0 ha). Statistik lesen (PDF auf Italienisch)
Das Wichtigste
Die Bündner Herrschaft: Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans, nördlich von Chur.
422 Hektaren Reben in Graubünden ohne Misox 2025, doppelt so viel wie 1970.
Der Blauburgunder bedeckt zwei Drittel der Reben, gereift vom Föhn.
Der Completer, eine weisse Rarität, 1321 in Malans erwähnt, wächst auf 9,8 Hektaren.
Ein Drittel der Bündner Reben ist 2025 biologisch bewirtschaftet.
Über 40 Kilometer Wege durch die Reben, von Chur bis Fläsch.
Im Rheintal nördlich von Chur, in den Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans. Sie ist das wichtigste Weinbaugebiet Graubündens.
Welchen Rotwein trinkt man in Graubünden?
Einen Blauburgunder (Pinot Noir): Er bedeckt laut BLW zwei Drittel der Bündner Reben. Graubünden Wein beschreibt ihn mal fruchtbetont, mal als lagerfähigen Barriquewein.
Was ist ein Completer?
Eine alte, sehr säurebetonte weisse Sorte, selten und vor allem in Malans angebaut. Swiss Wine Promotion führt sie auf eine Urkunde von 1321 zurück; laut BLW wächst sie auf 9,8 Hektaren in Graubünden.
Gibt es Weinwanderwege in der Bündner Herrschaft?
Ja: Laut Graubünden Wein verbinden über 40 Kilometer markierte Wege Chur mit Fläsch durch die Reben, und in Jenins erklärt ein Rebrundgang mit acht Tafeln den Weinbau.