Servieren Sie eine Humagne Blanche zu weissem Fisch oder einem Pilzgericht: Der trockene, feine Weisswein duftet nach Lindenblüte und Haselnuss und wird mit dem Alter harzig. Die 1313 erwähnte Sorte wächst nur im Wallis und hat mit der Humagne Rouge nichts zu tun. Auf Helvitic kaufen Sie künftig direkt beim Weingut.
Bestellungen sind möglich, sobald die Online-Zahlung ihre Testphase abgeschlossen hat. Dann verkauft jedes Weingut seine eigenen Flaschen.
Wie schmeckt Humagne Blanche?
Jung ist sie eher neutral, lebhaft und blumig: Swiss Wine Valais, der Branchenverband der Walliser Weine, nennt Lindenblüte und Lilie, mit einer Fenchelnote im Abgang. Ihr Profil erinnert dann an einen jungen Fendant.
Mit der Zeit zeigt sie mehr. Swiss Wine Promotion, die Organisation zur Förderung der Schweizer Weine, beschreibt einen feinen, eleganten Wein mit Noten von Lindenblüte und Haselnuss, der im Alter ins Harzige geht. Am besten kommt sie als trockener Wein zur Geltung. Unter den weiteren weissen Walliser Spezialitäten ergänzen die Amigne, vor allem in Vétroz angebaut, und die meist süsse Malvoisie das Bild.
Humagne Blanche und Humagne Rouge: Was verbindet sie?
Nichts ausser dem Namen. Swiss Wine Promotion und Swiss Wine Valais halten beide fest: Die Humagne Blanche ist genetisch nicht mit der Humagne Rouge verwandt. Sie ist keine weisse Variante derselben Traube.
«Humagne» kommt wohl vom griechischen hylomaneus, «üppig wachsend», vermutlich wegen der Wuchskraft der Rebe. Unsere Seite zur Humagne Rouge stellt die rote Walliser Humagne vor.
Woher kommt Humagne Blanche?
Eine Pergamenturkunde von 1313 nennt sie im Wallis zusammen mit der Rèze, einer anderen alten Walliser Weissweinsorte; damit gehört sie laut Swiss Wine Promotion zu den ältesten Sorten Europas. DNA-Tests zeigen, dass sie ein Elternteil von Lafnetscha und Himbertscha ist, zwei Walliser Raritäten, und deuten auf mögliche Wurzeln in den Pyrénées-Atlantiques hin, wo sie Miousat heisst.
Spät reifend und wüchsig, gehörte sie bis ins 19. Jahrhundert zu den meistgepflanzten Walliser Sorten und wäre Anfang des 20. Jahrhunderts fast verschwunden. Heute gewinnt sie wieder an Boden, bleibt aber selten: Gemäss Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) wächst die ganze Schweizer Humagne Blanche im Wallis, auf wenigen Hektaren.
Warum heisst sie «Wein der Wöchnerinnen»?
Um 1815 nannte man sie so, weil man sie für eisenreich hielt, berichtet Swiss Wine Valais; jungen Müttern wurde sie empfohlen. Der hohe Eisengehalt wurde nie nachgewiesen. Laut Wikipedia ist es mancherorts noch heute Brauch, zur Geburt eine Flasche Humagne Blanche zu schenken.
Wozu passt Humagne Blanche, und soll man sie lagern?
Servieren Sie sie zu weissfleischigem Fisch wie Wolfsbarsch, Dorade oder Eglifilets, zu Pilzgerichten oder zu gereiftem Hartkäse, wie es Swiss Wine Promotion empfiehlt. Ihre Feinheit überdeckt den Fisch nicht, ihre Haselnussnoten passen zu Pilzen und Käse.
Lassen Sie eine Flasche ein paar Jahre liegen: Ihre Säure erlaubt eine Lagerung, und laut Swiss Wine Valais gewinnt sie mit dem Alter eine ungeahnte Tiefe.