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Malvoisie, der Walliser Pinot Gris

Ein italienischer Name für eine Burgundertraube, sehr reif gelesen

Reife Pinot-Gris-Trauben mit graurosa Beeren in einem Rebberg in Oregon; im Wallis heisst diese Traube Malvoisie
Foto: Rick Obst, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (Lizenz)
Auf dieser Seite
  1. Sind Malvoisie und Pinot Gris dieselbe Traube?
  2. Trocken oder süss?
  3. Was bedeutet «flétri» auf der Etikette?
  4. Wozu passt Malvoisie?
  5. Rebfläche in der Schweiz
  6. Das Wichtigste
  7. Häufige Fragen: Malvoisie

Servieren Sie eine Walliser Malvoisie zu einem Birnen- oder Apfeldessert: Der meist süsse Weisswein duftet nach Quitte, Aprikose und Honig. Es ist ein Pinot Gris, den das Wallis Malvoisie nennt und sehr reif liest. Auf Helvitic kaufen Sie ihn künftig direkt bei den Walliser Weingütern.

Bestellungen sind möglich, sobald die Online-Zahlung ihre Testphase abgeschlossen hat. Dann verkauft jedes Weingut seine eigenen Flaschen.

Sind Malvoisie und Pinot Gris dieselbe Traube?

Ja. Pinot Gris ist eine Farbmutation des Pinot Noir, eine spontan entstandene Variante mit graurosa Haut. Swiss Wine Promotion, die Organisation zur Förderung der Schweizer Weine, nennt eine erste Erwähnung 1711 in Baden-Württemberg als Ruländer. In der Deutschschweiz heisst er Grauburgunder, im Wallis Malvoisie.

Den Namen lieh sich das Wallis von der italienischen Malvasia, die für Süssweine bekannt war, ohne genetische Verwandtschaft. Im Wallis taucht die Malvoisie in einem Rezeptbuch aus den Jahren 1671 bis 1698 auf; 1869 setzte sie der Zürcher Chemiker Kohler mit dem Pinot Gris gleich, so Swiss Wine Valais, der Branchenverband der Walliser Weine.

«Malvoisie du Valais» gehört heute zu den traditionellen Bezeichnungen der eidgenössischen Weinverordnung. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zählt Pinot Gris und Malvoisie zusammen: Auf das Wallis entfällt knapp ein Viertel des Schweizer Pinot Gris.

Trocken oder süss?

Meist süss. Laut Swiss Wine Valais wird die Malvoisie fast immer überreif gelesen, manchmal mit Edelfäule: einem Pilz, der die Beerenhaut durchlöchert und die Beere eintrocknen lässt, was den Saft konzentriert. So entstehen konzentrierte, füllige Weine mit Noten von Quittengelee, Mirabellenkonfitüre, Honig und kandierten Früchten.

Sie suchen eine trockene Version? Es gibt sie, mit Haselnussnoten und leichter Bitterkeit, laut Swiss Wine Promotion. Sie ist aber selten und steht im Wallis meist als Pinot Gris auf der Etikette.

Was bedeutet «flétri» auf der Etikette?

Die Angabe ist in der eidgenössischen Weinverordnung definiert. Ein «flétri» oder «flétri sur souche» ist ein Süsswein aus am Stock getrockneten Trauben: Man lässt sie bis in den Spätherbst hängen, sie verlieren Wasser, und der Zucker konzentriert sich.

Das Gesetz ist streng: mindestens 13 % vol potenzieller Alkohol, kein Zusatz von Alkohol, Zucker oder Traubensaftkonzentrat, und Restzucker nach einer natürlichen Gärung. Bezeichnungen wie «mi-flétri» oder «semi-flétri» sind verboten.

Wozu passt Malvoisie?

Die süsse Malvoisie servieren Sie zu einem Blätterteigdessert mit Birnen oder Äpfeln, wie es Swiss Wine Promotion vorschlägt. Wählen Sie ein nicht zu süsses Dessert: Die Süsse bringt der Wein selbst mit, ein zu süsser Kuchen liesse ihn flach wirken.

Trocken passt sie zu hellem Fleisch und Pilzgerichten. Laut Swiss Wine Valais wird ihre Kraft nach einigen Jahren im Keller harmonisch: Sie müssen sie nicht sofort öffnen.

Rebfläche in der Schweiz

Das BLW führt Pinot Gris und Malvoisie auf einer Zeile, für die ganze Schweiz: Die Zeile Wallis zeigt die Fläche des Walliser Pinot Gris, aus dem die Malvoisie stammt.

Grauburgunder: offizielle Zahlen 2025

Rebfläche in der Schweiz
236,8 ha
Anteil an der Schweizer Rebfläche
1,6 %
Rang unter den weissen Sorten
6. von 142
Grauburgunder: Fläche nach Kanton
KantonFläche
Wallis54,1 ha22,8 %
Waadt42,3 ha17,9 %
Genf27,8 ha11,8 %
Neuenburg25,0 ha10,5 %
Zürich14,9 ha6,3 %
Bern14,6 ha6,2 %
14 weitere Kantone58,2 ha24,6 %
Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), «L’anno viticolo 2025», Statistiche vitivinicole, Stand November 2025. Hektaren auf eine Dezimale gerundet (publiziert in Aren). Anteile von Helvitic berechnet, zuerst auf die gesamte Schweizer Rebfläche (14'431,0 ha), dann auf die Schweizer Fläche der Sorte. Rang gemäss Sortenliste des BLW. Statistik lesen (PDF auf Italienisch)
Malvoisie auf einen Blick. Geschmack: Quitte, Aprikose, Honig. Stil: Meist süss. Traubensorte: Pinot Gris. Region: Wallis. Passt zu: Birnendessert, Apfeldessert, Helles Fleisch (trocken).
Foto mit KI erzeugt

Das Wichtigste

  • Malvoisie ist der Walliser Pinot Gris, benannt nach der italienischen Malvasia.
  • Meist süss, aus überreifen oder am Stock getrockneten Trauben: Quitte, Aprikose, Honig.
  • Seltene trockene Weine heissen im Wallis meist Pinot Gris.
  • «Flétri»: am Stock getrocknete Trauben, ohne Zuckerzusatz, mindestens 13 % vol potenziell.
  • Passt zu Birnen- und Apfeldesserts, trocken zu hellem Fleisch.
  • Auf Helvitic kaufen Sie direkt bei Walliser Weingütern, sobald die Bestellungen offen sind.

Häufige Fragen: Malvoisie

Sind Malvoisie und Malvasia dasselbe?

Nein. Malvasia ist eine Familie italienischer Sorten; die Walliser Malvoisie ist ein Pinot Gris. Das Wallis hat nur den Namen übernommen, wegen des Rufs der süssen Malvasia-Weine.

Was unterscheidet «flétri» von «Sélection de grains nobles»?

Flétri stammt aus am Stock getrockneten Trauben, die Beerenauslese (Sélection de grains nobles) aus Trauben mit Edelfäule und einem natürlichen Zuckergehalt von mindestens 26 °Brix, gemäss Weinverordnung. Beides sind Süssweine ohne Zuckerzusatz.

Wie lange kann man Malvoisie lagern?

Sie gewinnt mit der Zeit: Laut Swiss Wine Valais wird ihre Kraft nach einigen Jahren im Keller harmonisch.

Wo kann man Malvoisie kaufen?

Direkt bei Walliser Weingütern. Auf Helvitic verkauft jedes Weingut seine eigenen Flaschen; Bestellungen sind möglich, sobald die Online-Zahlung ihre Testphase abgeschlossen hat.

Quellen